Dorf sucht Arzt

Preußisch Ströher wollen ihre Infrastruktur erhalten

Das Banner an der Bundesstraße ist aufgestellt, die ersten Videos für die sozialen Netzwerke sind gedreht und die Flyer sollen nun an den medizinischen Fakultäten im Land verteilt werden: Mit vielfältigen Maßnahmen geht das Preußisch Ströher Bündnis "Dorf sucht Arzt" auf die Suche nach einem Mediziner für Nordrhein-Westfalens nördlichste Ortschaft.

Bis kurzem gab es noch einen Hausarzt, der ein Einzugsgebiet von circa 15.000 Menschen abdeckte. Mit Eröffnung des Ärztehauses im zehn Kilometer entfernten Rahdener Stadtzentrum ist die Praxis jedoch geschlossen worden, womit Preußisch Ströhen nun in einer Reihe mit vielen anderen Ortschaften des ländlichen Raumes ohne eigene medizinische Versorgung steht. Zwar können die Einwohner weiterhin ihren Hausarzt in Rahden aufsuchen, aber Entfernung und Überfüllung der Praxen machen es für die Patienten und besonders für weniger mobile Menschen nicht einfacher.



"Wir wollen uns damit auf jeden Fall nicht zufrieden geben, sondern unser Schicksal selbst in die Hand nehmen", sagt Bianca Winkelmann, CDU-Landtagsabgeordnete und Ortsvorsteherin von Preußisch Ströhen. Deshalb haben die Preußisch Ströher das Bündnis "Dorf sucht Arzt" gebildet. Deren Mitglieder wollen durch eine proaktive Werbekampagne auf Ihre Situation aufmerksam machen, und einen Mediziner für ihr Dorf zu begeistern. Dafür soll im großen Stil nach potentiellen Hausärzten für Preußisch Ströhen gesucht werden. "Der große Vorteil ist, dass wir ganz unterschiedliche Akteure eingebunden haben", sagt Christian Kammeier. Und so nennt er beispielsweise Bianca Winkelmann für die Politik, Thomas Hartmeier und Timo Buschendorf für den Bereich Medien sowie Christian Aukamp und Roland Mettenbrink von der Bürgerstiftung Preußisch Ströhen. "Wir haben bereits Flyer und große Werbebanner gedruckt und wollen so zum Beispiel direkt an Universitäten oder Kliniken auf uns aufmerksam machen", erklärt Bianca Winkelmann.

 

Zudem wurde mit www.dorfsuchtarzt.de eine Internetseite aufgebaut, auf der die wichtigsten Informationen und Kontakte zu finden sind. Angelegt ist die Aktion auf ein bis anderthalb Jahre. "Wir erhoffen uns besonders durch die Online-Medien eine Ansprache von möglichst vielen potentiellen Interessenten und bitten daher jeden, uns in diesem Bereich durch Teilen oder Weiterleiten zu unterstützen", ergänzt Winkelmann die Ideen des Teams und schlägt gleichzeitig den Bogen zur Politik: "Die NRW-Koalition hat mit ihrer Landarzt-Quote bereits eine wichtige Entscheidung getroffen, um die ärztliche Versorgung in der Fläche zu verbessern Und das war absolut notwendig. Denn es ist kurz vor zwölf, wenn ich mir anschaue, wie viele Ärzte auch bei uns im Mühlenkreis in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen." Finanzielle Unterstützung erhält die Initiative durch die Bürgerstiftung des Ortes. Denn auch dieser sei sehr daran gelegen, das Ziel der Kampagne zu erreichen und einen neuen Arzt für Preußisch Ströhen zu finden, erklärte Roland Mettenbrink.

Weitere Infos gibt es hier:

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