"Der ländliche Raum ist in der Politik angekommen"

Nordkreis-CDU traf sich zum Grünkohlessen

In der Kürze liegt die Würze: Das haben sich beim traditionellen Grünkohlessen der Nordkreis-CDU wohl auch die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann, ihre Fraktionskollegin und CDU-Kreisvorsitzende Kirstin Korte sowie der Stemweder Bürgermeister Kai Abruszat (FDP) gedacht. Vielleicht lag es am dampfenden Essen, dass sich alle drei Redner kurz hielten – an klaren Worten sparten sie dennoch nicht.

Einmal im Jahr treffen sich die CDU-Mitglieder aus Rahden, Stemwede und Espelkamp zu der gemeinsamen Traditionsveranstaltung. Dieses Jahr war es die Gaststätte "Meiers Deele", wo rund 90 Christdemokraten zusammenkamen. Thema an vielen Tischen und auch in der Rede von Kirstin Korte war die jüngste Entscheidung des CDU-Landesvorstandes, den dienstältesten Europaparlamentsabgeordneten Elmar Brok für die anstehende Europawahl nicht mit einem sicheren Listenplatz auszustatten. Nicht nur bei den örtlichen CDU-Mitgliedern stieß das auf Unverständnis, sondern auch bei Kirstin Korte. Die Landtagsabgeordnete aus Minden sprach von einer "wackeligen Zeit" der Europäischen Union: "Und deshalb brauchen wir das Know-how eines Elmar Brok. Mit ihm haben wir jemanden, der Europa wirklich kann."

Kirstin Korte griff zudem das Zitat von Kai Abruszat auf. "Die Kommunalpolitiker sind nicht die Deppen, sondern die Helden der Demokratie", hatte der Stemweder Bürgermeister zuvor gesagt. "Ich möchte sagen: Sie sind das Herz der Demokratie", so Kirstin Korte. Und das wisse auch die NRW-Koalition, sagte sie und dem schloss sich auch Bianca Winkelmann an.
"Der ländliche Raum ist in der Politik angekommen", betonte die Landtagsabgeordnete aus Rahden und ging unter anderem auf die neue Landarztquote in NRW ein. Abiturienten, deren Abschlussnote eigentlich nicht für den Studienplatz reiche, könnten sich nun für die Arbeit in einem unterversorgten Gebiet verpflichten und dann das Studium beginnen. Bianca Winkelmann dazu: "Was die ärztliche Versorgung auf dem Land betrifft, ist es vielerorts nicht kurz vor zwölf, sondern bereits Viertel nach. Und bis Erfolge kommen, wird es ehrlicherweise auch dauern. Aber wir können in weniger als zwei Jahren nicht alles aufholen, was Rot-Grün in sieben Jahren sträflich vernachlässigt hat."
Außerdem ging sie auf die Heimatförderung sowie das Dorferneuerungsprogramm des Landes ein. Für letzteres könnten sich auch Privatpersonen noch bis Ende Februar bewerben: "Ein Siebtel der Landessumme ist im vergangenen Jahr im Mühlenkreis gelandet. Und ich würde mich sehr freuen, wenn sich jetzt wieder ähnlich viele Kommunen, Vereine und Privatpersonen bewerben", sagte Winkelmann.
Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat lobte die "vielen erfreulichen Nachrichten aus Düsseldorf", die es seit Regierungswechsel durch CDU und FDP gegeben habe, und betonte, wie wichtig und wie zeitlos bürgerliche Werte doch seien. "Warum sind Espelkamp, Rahden und Stemwede die erfolgreichsten Kommunen im Mühlenkreis", fragte der Freidemokrat in die Runde und schob die Antwort gleich hinterher: "Weil hier seit Jahrzehnten Christdemokraten regieren."

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