Austausch über Wirtschaft im ländlichen Raum

Bianca Winkelmann und Henning Rehbaum diskutierten mit Wirtschaftsförderern

Vor welchen Chancen und Hürden steht die Wirtschaft im ländlichen Raum? Zu diesem Thema hat die heimische Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann nun ihren Fraktionskollegen und wirtschaftspolitischen Sprecher Henning Rehbaum in Lübbecke begrüßen dürfen. Auf der Tagesordnung stand nach dem Besuch der Privatbrauerei Barre der Austausch mit den kommunalen Wirtschaftsförderern aus ihrem Wahlkreis.

„Die Wirtschaftsförderer haben tagtäglich mit den Sorgen und Nöten der Unternehmer zu tun und deshalb eine ganz klare Meinung, was wir als Landespolitik noch besser machen können, um die Wirtschaft gerade im ländlichen Raum zu stärken“, sagte Bianca Winkelmann nach dem Termin in „Barre's Brauwelt“. Neben den kommunalen Wirtschaftsförderern Elmar Vielstich (Hüllhorst), Claus Buschmann (Lübbecke), Dirk Engelmann-Homölle (Espelkamp), Bürgermeister Marko Steiner (Preußisch Oldendorf) und Irina-Jasmin Hanke (Rahden) war auch Brauereichef Christoph Barre vor Ort. Der Unternehmer sprach von einem „zunehmend spürbaren Personalmangel“ und berichtete unter anderem von der Imagekampagne „Überlandflieger“ der Interessengemeinschaft Standortförderung Kreis Minden-Lübbecke (IGS), die heimische Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen soll. Damit war er direkt bei einem Thema angelangt, das auch den Wirtschaftsförderern sehr am Herzen liegt.

„Das eine Patentrezept für mehr Fachkräfte gibt es nicht“, sagte Henning Rehbaum. Lange Jahre sei das Thema nur von den Arbeitspolitikern angepackt worden, werde nun aber verstärkt ressortübergreifend betrachtet. Die NRW-Koalition lege insgesamt großen Wert auf eine Attraktivität der dualen Ausbildung gegenüber dem Studium. Jüngste Beispiele seien die Verdopplung der Fördermittel für moderne Berufsbildungszentren oder das neue Azubi-Ticket, mit dem Auszubildende ab dem Sommer ähnlich der Studenten kostengünstig mit Bus und Bahn durch das Land fahren können.

Schnelleres Internet

Wesentliches Thema war auch die Digitalisierung. „Wenn die SPD nun fordert, Home-Office zu stärken, muss auch die vernünftige Internetanbindung da sein“, sagte Bianca Winkelmann. Sie und Henning Rehbaum lobten da den NRW-Mobilfunkpakt. Der Pakt sieht unter anderem 1350 neue Mobilfunkmasten vor. 5500 weitere werden modernisiert. „Unser Land nimmt damit eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Funklöcher ein“, sagte dazu Henning Rehbaum.

Von den Wirtschaftsförderern angesprochen auf Baumaßnahmen, ging Henning Rehbaum auf den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) ein, der in den nächsten Wochen durch das Landeskabinett gehen solle: „Ich verspreche kein Schlaraffenland. Aber wir wollen und wir müssen bei der Entwicklung von Gewerbe- und Wohnflächen im ländlichen Raum flexibler und schneller werden. Der bisherige LEP von Rot-Grün hat bewusst Wachstum gehemmt, obwohl wir gerade das brauchen.“

Mehrinvestitionen in Infrastruktur

NRW sei über Jahre Sorgenkind gewesen, meinte der wirtschaftspolitische Sprecher. „In wichtigen Bereichen war unser Land auf den letzten Plätzen oder gar Schlusslicht. Das wurde uns als größtem Bundesland nicht gerecht“, sagte Henning Rehbaum. Lobende Worte fand er da für die bisherigen Erfolge der Koalition aus CDU und FDP in Sachen Verkehrsinfrastruktur. Rekordinvestitionen in Straßen, 100 zusätzliche Planer und Baustellenkoordinatoren bei Straßen.nrw und 13 zusätzliche Fachleute in den Bezirksregierungen für die Genehmigungen gebe es seit dem Regierungswechsel und das sei absolut sinnvoll.

Chancen im ländlichen Raum

So viel zu den Hürden – und was sind die Chancen des ländlichen Raumes? Henning Rehbaum nannte etwa die „Tausendfüßlerstruktur“ in Westfalen. „Anders als in anderen Regionen prägen hier ganz viele unterschiedliche Unternehmen die Wirtschaft“, sagte der Betriebswirt, der selbst aus dem münsterländischen Warendorf kommt. „Wenn einer hüstelt, hat das nicht gleich Auswirkungen auf die ganze Region.“ Und Christoph Barre hob das intakte Umfeld im Kreis Minden-Lübbecke hervor: „Wir haben da eine ganze Reihe von starken Argumenten.“

Bianca Winkelmann lobte abschließend das konstruktive Gespräch: „Nordrhein-Westfalen ist auf einem guten Weg. Und für die Bereiche, wo wir noch besser werden müssen, wie beim Bauen im Außenbereich haben wir wichtige Impulse mitgenommen.“

Nach oben