Unterwegs mit dem Staatssekretär

Dr. Heinrich Bottermann zu Gast Mühlenkreis

Ein Gast, drei Gespräche und viele Themen: Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär aus dem NRW-Umweltministerium, ist auf Einladung der heimischen Landtagsabgeordneten Bianca Winkelmann nun zu Besuch im Mühlenkreis gewesen.

Der Begriff des „Außentermins“ war in diesem Fall ganz wörtlich zu verstehen. Zwischen Wiesen und Wäldern waren die Christdemokratin Bianca Winkelmann und Dr. Heinrich Bottermann unter anderem mit Vertretern des Fischereiverbandes um Helmut Uphoff verabredet. Das Sakko hatte der Staatssekretär insofern direkt zuhause gelassen und auch Bianca Winkelmann hat auf die Pumps verzichtet. Grund für den Ortstermin an der Großen Aue ist die einstige Renaturierung, die aus Sicht von Helmut Uphoff alles andere als geglückt ist. „Die FFH-Zielarten sind verschwunden“, sagte er in Richtung des Staatssekretärs. „Nicht alles, was gut gemeint ist, ist am Ende auch gut gemacht“, sagte Bianca Winkelmann über die Umsetzung der Maßnahmen und schaute auf eine Stelle des Flusses, wo an dem Tag des Besuchs nicht viel mehr als etwas Schlamm zu sehen war. "Verstärkt durch den fehlenden Niederschlag in den vergangenen Sommern stellt sich die Situation noch kritischer da", meinte Bianca Winkelmann.

Zweiter Termin von ihr und Heinrich Bottermann war ein Gespräch mit Vertretern der Waldwirtschaft aus Minden-Lübbecke. Diese stehen aktuell nicht nur wegen der Dürre und des Borkenkäfer vor großen Problemen, sondern blicken auch auf die Umstellung der Förderung der Beförsterung und der gemeinsamen Holzvermarktung mit großen Sorgen.

Forstamtsleiter Holger Raguse zeigte Heinrich Bottermann anhand einer Karte die Wälder im Mühlenkreis und dem Gast aus Düsseldorf fiel sofort die „kleinen Strukturen“ auf: „Das ist ja bemerkenswert“, befand er: „Gut gewachsene Strukturen wie hier dürfen durch die Umstellung natürlich nicht kaputt gemacht werden. Wir werden im Ministerium weiterhin intensiv beraten, um allen Waldbauern und ihren Belangen in Bezug auf die heterogenen Strukturen  in NRW gerecht zu werden.“ Bianca Winkelmann befand: „Der höhere Administrationsaufwand ist für die ehrenamtlichen Waldbauern, wie wir sie bei uns haben, nicht zu leisten.“ Schon jetzt sei es schwierig Nachfolger für die Vorstandsarbeit zu finden, erklärte Friedhelm Kohlwes aus Stemwede-Westrup. „Der Wald hat doch gerade heute in Zeiten des Klimawandels einen viel höheren Wert“ betonte der Staatssekretär und bedankte sich für das konstruktive Gespräch mit den Waldbauern aus dem Kreis.

Das dritte von insgesamt drei Gesprächen drehte sich um die Schweinehaltung und hier insbesondere um den Umgang mit dem Schwänzebeißen. „Wir stecken mitten in der Debatte um den Umgang mit dem Problem“, sagte der frühere Tiermediziner Bottermann in Richtung des Landwirts Helmut Kokemoor.

Am Ende des Tages zog Bianca Winkelmann ein zufriedenes Fazit: „So unterschiedlich wie die heutigen Themen, so unterschiedlich sind auch die Fragen der Umweltpolitik. Und all die Probleme zeigen auch, dass Panik oft ein falscher Berater sein kann und man ganz rational an die Dinge herangehen muss.“

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