Immer ein offenes Ohr

Sommertour 2018: Bianca Winkelmann trifft Jugendmigrationsdienst

Wenn Jugendliche aus dem Ausland ein Problem haben, ist Claudia Armuth oft eine der ersten Kontaktpersonen. Die Sozialarbeiterin des Jugendmigrationsdienstes Minden-Lübbecke hilft Flüchtlingen und Spätaussiedlern, EU-Zuwanderern, aber auch Au-Pair-Mädchen oder ausländischen Studenten bei der Integration und lässt die Tür ihres Büros an der Rahdener Straße in Espelkamp für sie im wahrsten Sinne des Wortes weit offen stehen.

So ist das auch an dem sonnigen Nachmittag im Juli, als die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) im Rahmen ihrer Sommertour zu einem Gespräch beim Jugendmigrationsdienst vorbeigekommen ist. Wer die Räume des Jugendmigrationsdienstes im historischen Martinshaus betritt, sieht an den Wänden der Gemeinschaftsräume Plakate zur deutschen Sprache, bunte Bilder und viele Zeitungsartikel. In den Regalen liegen Spiele und daneben steht ein Sofa. „Wir machen ganz unterschiedliche Gruppenangebote und Projekte und wir kochen und feiern hier auch mal“, erklärte Claudia Armuth dem politischen Gast. Mit dabei waren ihr Kollege aus Minden Hannes Koch, Lutz Schäfer Geschäftsführer der Diakonie Lübbecke und die syrischen Flüchtlinge Fahd Arieda, Mahmoud Al Hajkhder, Dilan Alo und Najbeer Alo.

Nach Worten von Claudia Armuth gebe es in Deutschland 426 Jugendmigrationsdienste, im Falle Minden-Lübbeckes sei die Diakonie Lübbecke der Träger. „Wir beraten und begleiten junge Zugewanderte zwischen 12 und 27 Jahren, aktuell sind es auch bei uns überwiegend Geflüchtete.Gleichzeitig bin ich auch im online-Beratungsteam jmd4you tätig. Dort erreichen uns die Anfragen zu den Perspektiven in Deutschland in der Regel schon vom Ausland her. Zum  Beispiel Fragen wie man in Deutschland ein Au-Pair-Jahr verbringen oder hier studieren kann, Fragen zum Aufenthaltsrecht oder Ehegattennachzug. Die Aufgaben und Herausforderungen in unserer Arbeit sind vielfältig und sehr komplex“, erklärte Claudia Armuth 

Insgesamt gehe es vor allem um die Verbesserung der Integrationschancen und sie brachte in diesem Zusammenhang die Arbeit auf eine ganz einfache Formel: „Wir wollen Futter geben für Seele und Intellekt“. Konkret beinhaltet das individuelle Unterstützung im Einzelfall, aber auch diverse gemeinsame Exkursionen und Aktivitäten.

Vor allem bei den Berichten über Fahrten zu den Parlamenten in Berlin und Düsseldorf hörte Bianca Winkelmann aufmerksam zu. „Wenn man die Menschen richtig integrieren möchte, muss man auch Demokratie erlebbar machen“, meinte Armuth und verwies als Beispiel auf den „Tag der offenen Tür“ im Bundeskanzleramt. „Die jungen Leute waren ganz begeistert davon, wie nah man unserer Politik kommen kann“, erklärte Armuth. Besser könne man unsere Demokratie vermutlich nicht vermitteln, sagte dazu Winkelmann.

Auftraggeber der Jugendmigrationsdienste ist das Bundesfamilienministerium, für das Armuth vor allem auch lobende Worte fand. „Es wird viel geschimpft, aber vieles ist sehr gut in Bewegung gekommen“, fasste sie die vergangenen Jahre zusammen. 323 Personen begleiten sie und Hannes Koch aktuell im Kreisgebiet an den Standorten in Espelkamp und Minden. „Sie leisten unglaublich wichtige Arbeit. Und auch wenn in erster Linie der Bund für die Jugendmigrationsdienste zuständig ist, war es mir ein großes Anliegen die Arbeit einmal näher kennenzulernen“, dankte Bianca Winkelmann den beiden und fand vor allem auch lobende Worte für die anwesenden syrischen Flüchtlinge: „Es ist unglaublich toll, wie schnell Ihr Deutsch gelernt habt.“

Angesprochen auf die aktuellen politischen Debatten meinte die Christdemokratin Winkelmann: „Man kann über vieles diskutieren. Aber wir dürfen bei allen Diskussionen niemals vergessen, dass es hier um Menschen geht.“ Dem schloss sich auch Lutz Schäfer an. „Die Debatte geht teilweise in eine Besorgnis erregende Richtung“, sagte der Geschäftsführer der Diakonie.

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